199/2022 | Alltagsverträgliche Verkehrsführung im Bahnhofsumfeld

Wir beantragen folgende Anregungen zu prüfen und im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik zu berichten:

Die Fahrgast-/Verkehrsführung zwischen den Bahngleisen, dem Arnulf-Klett-Platz sowie im Bahnhofsumfeld wird überarbeitet:

1. Die Umgehung für Fahrradfahrende, die sich zwischen Nordbahnhofsviertel und dem Arnulf-Klett-Platz bewegen, wird durch temporäre Pylone/Schwellen, eindeutige farbliche Markierungen oder anderen geeignete Maßnahmen wirksam von der Führung der zu Fuß Gehenden getrennt.

2. Lichtsignalanlagen werden nur im Anforderungsfall aktiviert, sobald eine Baustellenzufahrt tatsächlich in Gebrauch ist.

3. Die Wegeführung wird eindeutig beschildert. Hierzu ist für Fahrgäste auch eine durchschnittliche Wegezeit bis zu den Gleisen anzugeben und nachvollziehbar darzustellen (Banner, Beschilderung, Bodenmarkierungen).

4. Die Installation von Sonnensegeln in den Sommermonaten entlang der Wegstrecke an der Nordseite des Bahnhofs

Begründung:

Die Wegeführung von den temporären Gleisen des Stuttgarter Hauptbahnhofs in Richtung Innenstadt/Arnulf-Klett-Platz ist sehr lang und gerade für Reisende mit Gepäck, Familien und mobilitätseingeschränkte Menschen beschwerlich.

Seit März 2022 ist kein direkter Durchgang durch den Bonatz-Bau mehr möglich. Gleichzeitig hat sich dadurch das Fußgänger*innenaufkommen massiv erhöht, verstärkt durch das 9-Euro-Ticket. Die Markierungen entlang der Heilbronnerstraße auf der nördlichen Umgehung sind missverständlich und uneindeutig. Hier befinden sich Reste der Leitmarkierung der Deutschen Bahn, Markierungen für Fahrradwege, die teils durchgestrichen sind und in Summe keine durchdachte Wegeführung mehr erkennen lassen. Die Wegeführung für Reisende soll noch bis zur Inbetriebnahme des Tiefbahnhofs im Jahr 2025 beibehalten werden, sofern sich der Zeitplan einhalten lässt.

Wer aktuell von der Innenstadt mit dem Fahrrad in das Europa- oder Nordbahnhofsviertel bzw. Richtung Killesberg fahren möchte, hat die Wahl, sich durch enorme Ströme von Reisenden mit Gepäck zu schlängeln, oder über den Park, und schließlich über die schlecht zu überblickende und von Ampeln übersäte Wolframstraßen-Kreuzung zu fahren. Da über die Lautenschlagerstraße eine Fahrradzufahrt an den Hauptbahnhof einmündet und auch die Querung über den Arnulf-Klett-Platz für Fahrradfahrende gut gestaltet ist, liegt die Wahl der ersten Strecke nahe. Aufgrund der besonderen Bedeutung für Fahrradfahrende, die ins Europa- oder Nordbahnhofsviertel mit dem Fahrrad wollen, und der Dauer dieser Wegeführung, erscheint die Überarbeitung dieser auf der Nordseite des Bonatz-Bau besonders dringlich.