183/2021 | „Täglich in BC” – Welche Erkenntnisse liefert die Studie und wie geht es weiter?

Interfraktioneller Antrag mit Die FrAKTION, SPD.

Begründung:

In den Jahren 2019/2020 hat die Verwaltung der Stadt Stuttgart im Kontext des IBA’27-Netz-Projekts „Stadt am Fluss: Vernetzung Bad Cannstatt” in Kooperation mit der IBA’27 GmbH und der Universität Stuttgart eine Studie unter dem Namen „SESC in BC” (inzwischen: Täglich in BC) durchgeführt. Gegenstand der Studie war die Beschäftigung mit dem Öffentlichen – öffentlichem Raum und öffentlichen Gebäuden – am Beispiel des Wilhelmsplatz Bad Cannstatt. Ebenfalls beteiligt war Bernd-Marcel Löffler, Bezirksvorsteher von Bad Cannstatt. Die Ergebnisse der Studie liegen dem Gemeinderat bislang nicht vor.

Der Gemeinderat hat im Doppelhaushalt 2020/2021 Gelder für die Fortsetzung bereitgestellt, zu denen bislang ein Sachbeschluss fehlt. Derweil hat das Städtebau-Institut mit Studierenden unter Leitung von Frau Prof. Martina Baum am Lehrstuhl für Stadtplanung und Entwerfen der Universität Stuttgart aus lehrstuhleigenen Mitteln die Studie vertieft. Die Ergebnisse waren in einer Ausstellung der Öffentlichkeit zugänglich, sind in einem Artikel in der Zeitschrift „Derivé” erschienen und mündeten in einen Beitrag für das „Urbanize Festival” in Wien.

Der Wilhelmsplatz bedarf unter städtebaulichen, freiräumlichen, verkehrlichen und klimatischen Aspekten dringend einer Aufwertung, für die die Ergebnisse der Studie eine Grundlage sein können. Gleichzeitig haben mehrere Gebäude vor Ort bereits ihre Nutzung verloren und werden nicht oder nicht vollständig weitergenutzt (z.B. Schwabenbräu-Passage, Galeria Kaufhof), oder verlieren sie zeitnah (z.B. Parkhaus Bahnhof/Wilhelmsplatz). An oder in ihnen könnten – wenn vom Gemeinderat und der Verwaltung gewollt – Ideen in Form einer Zwischennutzung erprobt werden. Mit einer Umnutzbarkeit der Schwabenbräu-Passage und des Parkhauses haben sich Studierende am Lehrstuhl bereits befasst.

Wir fragen:

Da zusätzlich öffentlichen inklusiven Räumen und Gebäuden eine wachsende Bedeutung zukommt und die Studie in diesem Zusammenhang wertvolle Erkenntnisse liefern kann, fragen wir:

1. Sind dem Amt für Stadtplanung und Wohnen die Ergebnisse der Studie sowie die Ergebnisse der weitergeführten, vertieften Arbeiten des Lehrstuhls bekannt?

2. Wurden die Ergebnisse der Studie wie geplant den Referaten SI und JB vorgestellt? Wenn nein, warum nicht?

3. Wie soll aus Sicht des Amts für Stadtplanung und Wohnen mit den Ergebnissen der Studie weiter verfahren werden?

Wir beantragen außerdem, dass Vertreter:innen des Projektteams des Lehrstuhls für Stadtplanung und Entwerfen die Ergebnisse der Studie zum nächsten möglichen Termin im STA vorstellen.